Die Stadt
Ein riesiges Dorf mit ungeteerten Straßen und einer völlig fehl am Platz wirkenden Kirche. Überall wachsen Palmen und sonstige tropische Gewächse, alles sehr schön. Das Internetcafé ist hier beschissen langsam, ich hoffe mal, dass ich trotzdem auch Bilder von hier hochladen kann. Die Menschen hier sind an Jovos (Weiße) gewöhnt und sind sehr freundlich. Jedes Mal wenn wir andere Weiße sehen fangen wir auch schon an „Jovo“ zu rufen. Der Gesichtsausdruck der angesprochenen Personen ist jedes Mal wieder witzig...
Unterkunft
Wir sind jetzt endlich in Kpalimé angekommen. Im Vergleich mit Lomé liegt hier wenig Müll herum. Bei uns im Hof stehen zwar Kokospalmen, dafür gibt es hier nur einen (!) Sanitärraum mit echter Dusche, die auch immer mal wieder funktioniert, und mit Klo. Für 19 Personen. Auf die Klobrille hat sich glaub ich noch nie jemand gesetzt (werde ich auch sicher nicht machen) und morgens gibt es immer Stau. Aber man kann ja zum Pinkeln hinters Haus gehen...
Allgemeines
Jetzt weiß ich es sicher: Hier ist gerade Regenzeit. Das heißt, es ist hier angenehme 28°C warm, regnet mindestens einmal am Tag und die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass ich echt froh bin, ein sehr schnell trocknendes Handtuch zu haben, danke Oma! Aber meistens scheint hier die Sonne.
Moskitos kommen wohl hauptsächlich in der Trockenzeit aber es gibt immer mal wieder einzelne. Wir haben eine Tabelle im Zimmer aufgehängt... Im Moment hab ich mehr getötete Mücken (5) als Stiche (0), Zählbeginn 9.11. Von den 16 Freiwilligen hier haben bis jetzt 12 oder 13 Durchfall gehabt. Mein Klopapier ist inzwischen fast leer, hier gibt es welches aber ziemlich teuer. Wie gut, dass ich es immer nur verteile und selbst noch keinen Durchfall habe (ich hoff mal, dass das so bleibt). Gestern mit Sylvestre, unserem Coordianateur von ASTOVOT, geredet: Klopapier wird ab jetzt gestellt. Hier ist übrigens nicht alles billig. Klopapier, Schokokekse, importierte Produkte und Artikel aus der Apotheke sind ganz locker genauso teuer wie bei uns. Stoff, Obst und Gemüse, Getränke und Dienstleistungen (Moto, Schneiderei etc.) sind dafür eher günstig.
Was hier so passiert ist
Wir haben immer wieder eher langweilige und langwierige Theorieeinheiten, mal gespannt, ob die wirklich die Zeit wert sind... Wir waren schon auf der Polizeistelle und im Rathaus. Beides unterhaltsam aber sehr zeitaufwendig. Wäsche waschen ist im Moment nicht so ganz einfach. Da ich als einer der Ersten damit angefangen habe, ist meine Wäsche auch noch getrocknet, einige der Anderen bekommen ihre einfach nicht trocken, weil es immer wieder regnet. Unsere Betreuer sind zu viert in der Lage soviel Lärm zu machen, wie eine Stereoanlage. Wahnsinn, die können zu viert feiern ohne Musik oder Alkohol zu brauchen und ohne ein Ende zu finden. Die Mototaxis sind extrem witzig. Man fragt bei einem und hat sofort 5 um sich herumstehen, die einen alle mitnehmen wollen... Nach allem, was ich von den Dingern bis jetzt gehört habe, hätte ich gedacht, dass die Teile schneller wären... Außer Schlaglochslalom, kaputter Tachoanzeige und einer Taxifahrt für 15 Cent haben die Motos nicht viel zu bieten. Stoff für Hemd und Hose hab ich mir auch mal gekauft, für 4000 CFA (~6,30€). Hätte ich aber wahrscheinlich noch handeln können. Mal gespannt, wenn das fertig ist....
Essen
Das Essen wiederholt sich inzwischen ständig. Heute am 11.9 gab es 2 Stücke Brot pro Person zum Frühstück (ich hab inzwischen oft genug gesagt, dass 1 Brot nicht reicht). Dafür gab es mittags eine völlig ungenießbare Pampe mit irgendetwas, dass Spinat nicht unähnlich war, aber leider nicht danach schmeckte sondern leider etwas sehr merkwürdig. Dafür gibt es hier frische Orangen und frische Ananas die einfach super schmecken. Meistens gibt es Spaghetti, Reis oder Couscous mit immer der gleichen Soße (keine Ahnung was das für eine ist; möglicherweise Tomate mit rotem Palmöl und etwas undefinierbares Gemüse). Wird langsam eintönig, zum Glück hab ich noch Gummibärchen.
Lieber Jakob!
AntwortenLöschenIch finde Du schlägst Dich wirklich wacker! Besonders imponiert mir, dass Du so kommunikativ bist und wohl auch keine Scheu hast, Unangenehmeres anzusprechen! Man muss sich um Dich nicht so viele Sorgen machen , glaube ich! Weiterhin eine gute Zeit wünscht
Christine