Allgemeines
Achtung!!! Das nächste Mal wenn ich Fotos hochlade muss ich welche von den alten löschen, also nicht wundern, wenn welche fehlen (alle Fotos bring ich natürlich in höherer Qualität mit nach Deutschland, wer will kann die sich dann auch noch mal anschauen)!
Ich möchte mich bei allen bedanken, dir Kommentare hinterlassen haben, ich freue mich jedes mal drüber, schreibt gerne oft was drauf auch wenn ich nicht immer antworte.
Ich hab mich inzwischen in Agou-Nyogbo eingelebt und fühle mich hier sehr wohl, auch dank einem eigenen Zimmer mit zwei Fenstern, Strom und sauberen und guten Sanitären Anlagen. Nicht zu vernachlässigen ist auch das gute Essen in meiner Gastfamilie (je nach dem was es gibt, aber das Meiste ist wirklich gut). Agou-Nyogbo ist ein Dorf mit geschätzten 2500 Einwohnern, einer Kirche, einem riesigen und guten Krankenhaus, einem CEG (Collège d’ Education Nationnale), einem Lycée (Gymnasium), drei Grundschulen und einer Kriche. Handynetz gibt es auch, aber nur ein einigen Stellen wirklich so zuverlässig, dass das Gespräch nicht abbricht (bei mir im Zimmer ist telefonieren wie Russisch Roulette).
Geld hab ich inzwischen keins mehr (außer einer Notreserve), ich brauch hier aber auch (fast) keins, außer wenn ich nach Kpalimé will. Ein Fahrrad muss ich mir unbedingt zulegen (ich komm schon irgendwie wieder an Geld), damit kann ich hier einfach überall hin, kann mir sogar die Mototaxis sparen und hab dann endlich wieder Bewegung, bei dem fettigen (in Soße für einen Teller braucht man hier 200ml Öl) und reichhaltigen Essen werde ich hier nämlich gerade Fett (noch bin ich es nicht, aber auf dem besten Weg...).
In der Schule
Ein Kompliment an ALLE Lehrer, die ich jemals hatte. So viel und so unverständlichen Frontalunterricht wie es hier jede Stunde der Fall ist hat wirklich niemand geschafft! Eine Durchschnittsstunde Mathe sieht hier so aus: Der Lehrer schreibt eine Definition in mathematischen Fachausdrücken an die Tafel, die leider kein Schüler der 6ème (7.Klasse, in Togo wird rückwärts gezählt) versteht. Leider hängt es bei einigen Schülern zusätzlich noch am Französisch. Die Folge: Alle schreiben ab, antworten auf DIE Frage (wird ständig gestellt und, aus Angst vor Stockschlägen, immer gleich beantwortet): „Est-ce que vous avez compris?“ (Habt ihr es verstanden?) mit „Oui, Monsieur!“ (Ja). Geschlagen wird für Lärm, zu spät kommen und nicht gemachte Hausaufgaben (ist immer der Fall, kein Schüler kann sie machen, einfach weil er sie nicht versteht!). Geschlagen wird, je nach Laune und Lehrer, auf Fingen, Handfläche, Hintern (mit Hose an), Arme, Kopf oder Ohren. Dafür ist es im Unterricht aber selbst bei 101 Schülern pro Klasse relativ ruhig (es gibt nur eine so große Klasse, die anderen sind so ca. 50-60 (Collège), am Lycée sind die Klassen zwischen 10 und 40 Schüler groß). Ich hab auch schon selbst unterrichtet, ganz spontan. Der Direktor hat mir morgens (vor der ersten Stunde) gesagt, dass er weggehen will und hat mir Matheübungen für die 3ème (9.Klasse) gegeben (2 Stunde). Da der Lehrer der 5ème (1 Stunde) eine Motorradpanne hatte, hab ich da einfach mal eine Übstunde improvisiert. Ging erstaunlich gut, auch ohne Stock und die haben sich sogar beteiligt und waren ruhig und ich glaub sie haben sogar ein bisschen was verstanden, ich hab nämlich die Übungen versucht nicht in mathematischen Formeln zu erklären!
Interessantes
Liebe Oma! Überspringe doch bitte die nächsten 8 Zeilen (bis zum Absatz)!
Ich hab hier eine sehr interessante Autofahrt gemacht. Im Fünfsitzer, zu siebt, im Dunkeln, mit 20 Metern Sicht (mehr gaben die Scheinwerfer nicht her, immerhin gab es welche), auf einer schmalen Landstraße umgeben von hohen, tropischen Gewächsen und mit gelegentlichen Schlaglöchern (ausweichen ging wegen der geringen Sichtweite selten und wenn dann nur hektisch). Das Auto hatte einen sehe langen Riss in der Windschutzscheibe, eine klapprige Motorhaube und einen frisierten Motor. Dafür waren wir aber sauschnell. Der auch der Tacho nicht funktionierte, musste ich das Tempo halt schätzen: ~120 km/h. Selten so aufregend Auto gefahren.
Ich bin gerade dabei mir ein Bambusregal zu bauen. Ich hab zusammen mit einem Togolesen von nebenan meterweise Bambus geholt und festgestellt, dass es immer noch nicht reicht. Na ja, es wird wohl noch eine Weile dauern bis ich meine Sachen nicht mehr auf dem Tisch, im Koffer oder auf dem Bett liegen habe... Letzte Woche war ich mal zu Fuß in Kpalimé, ich wollte grade kein Moto nehmen und den alternativen Weg zur Hauptstraße kennenlernen. Sehr schöne Strecke quer durch eine tolle Landschaft auf einer Piste. Dauert nur leider ca. 2-2,5 Stunden, ich brauch wirklich ein Fahrrad! In der Kirche war ich hier auch schon... Nicht so interessant, weil einfach alles auf Ewe gesprochen wird und das Ganze 3 Stunden dauert. Dafür gibt es eine Band mit Trommeln, Blechblasinstrumenten und Rasseln die ein bisschen Stimmung macht. Getanzt wird gelegentlich auch und in dem Gebäude laufen Ventilatoren. Vergeblich, es ist trotzdem abartig heiß in der Kirche. Neulich hab ich hier Kakao gegessen, direkt vom Strauch. Man lutscht hier nur die Bohnen, die von einer weißen Hülle umgeben sind, und spuckt sie dann wieder aus. Schmeckt ein bisschen wie Litschi. Das mit Abstand beeindruckendste Erlebnis hier war der „Zoo“. In Wirklichkeit war es eine Schule in Avetonou an die wir alle zusammen gefahren sind, weil eine Freiwillige ab jetzt arbeitet. Wir sind auf den Schulhof gefahren als gerade Pause war... Die Tiere im Zoo waren wir, weil ALLE Schüler (ich glaub das waren so 500) gekommen sind, sich mit etwas Abstand um den Bus herum gestellt haben und uns ungläubig angeschaut haben. Die haben wohl noch nie so viele Weiße gleichzeitig gesehen, oder sie waren einfach nur gespannt, wer in diesem Jahr mit ihnen arbeiten wird (letztes Jahr war schon mal jemand da).
Gastfamilie
Über meine Gastfamilie, die Schule und über mich richte ich demnächst eine extra Rubrik mit Fotos ein, welche die (im Moment nicht sehr ausführliche) Rubrik „Über mich“ ersetzten wird.